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Dez

07

HCL Technologies erwirbt Notes, Domino und weitere Teile des IBM Software Portfolios

von Marc-Oliver Schaake

Vor etwas mehr als einem Jahr gaben IBM und HCL eine weitreichende Partnerschaft in der Weiterentwicklung von Teilen des Collaboration Software Portfolios, zu dem auch Notes, Domino und Sametime gehören, bekannt.

In Folge dieses "Shared-Revenue-Deals" wechselten viele langjährige IBM Mitarbeiter zu HCL. Es wurde mit Notes & Domino 10 eine neue Version angekündigt und inzwischen auch veröffentlicht. Mit Formaten wie dem Domino Jam und einer starken Präsenz auf Veranstaltungen von User Groups, wie bspw. der DNUG in Deutschland, sollte die Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung von Kunden und Partnern auf der einen Seite und IBM bzw. HCL auf der anderen Seite, wieder in den Fokus gerückt werden.

Ich durfte im Januar 2018 an einem der heiß begehrten Domino Jams im IBM Client Center in Zürich teilnehmen. Bereits damals war zu erkennen, dass sämtliche Beteiligten gewillt waren, Notes/Domino wieder die Aufmerksamkeit zu widmen, die es verdient. Mit der Version 10 haben HCL und IBM ein erstes "Downpayment" oder "Installment" (auf Deutsch "Anzahlung") geliefert, mit dem einige lang gehegte Featurewünsche umgesetzt und nervige Beschränkungen bei der Entwicklung aufgehoben wurden. Dem Release dieser so wichtigen und damit wegweisenden Version gab IBM im Oktober in Frankfurt einen entsprechenden Rahmen.

Während wir noch auf die internationalen Sprachpakete für Notes/Domino 10 warten, finden in der nächsten Woche bereits die ersten Jams zur nächsten Version Domino 11 in Frankfurt und Wien statt. Ich darf dieses Mal in Wien dabei sein und werde an dieser Stelle selbstverständlich berichten.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Heute morgen gab IBM den Verkauf eines Teils des Softwareportfolios an HCL Technologies bekannt. Aus der engen Zusammenarbeit, die eine Aufgabenteilung zwischen IBM (Produktstrategie, Marketing, Vertrieb und Support) und HCL (Entwicklung) vorsah, ist nun ein Verkauf des Portfolios geworden. Die Transaktion soll Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Aus meiner Sicht ist dieser Schritt nur logisch und begrüßenswert. Bereits im Januar konnte man live erleben, dass HCL sich sicherlich nicht auf den Part des Auftragsprogrammierers beschränken lassen wollte. Dafür dürften mit der Personalübernahme und den weiteren geplanten Neuanstellungen, Investment und Risiko einfach zu groß gewesen sein, als dass man die Höhe seiner Einkünfte einzig und allein vom Erfolg der IBM Vertriebsorganisation abhängig machen könnte. Man darf nicht vergessen, dass IBM hier in der Vergangenheit wenig glücklich agierte und die Zukunft des Unternehmens längst in anderen Geschäftsfeldern sieht.

HCL hat von Anfang an klar kommuniziert, dass sie Notes und Domino zu einer erfolgreichen Zukunft verhelfen wollen und eigene Produkte auf Basis des Domino-Servers entwickeln und unabhängig von IBM vermarkten werden.

Auf dem Release-Event im Oktober erlebte die Farbe Gelb eine sensationelle Rückkehr. Nun wäre es an der Zeit, den legendären Markennamen "Lotus" aus der Schublade zu holen!

In diesem Sinne: Stay productive, stay yellow!