Mär

20

Homeoffice-Tagebuch: Daniel Büßemaker


Zum einen ist es die räumliche Trennung zwischen Privatem und Arbeitsplatz, die ich als angenehm empfinde. Diese Trennung sorgt außerdem dafür, dass man an Tagen mit geringerer Motivation dennoch in den „Arbeitsmodus“ findet.
Zum anderen mag ich den persönlichen Kontakt zu meinen Kollegen und finde ihn auch notwendig für das Arbeitsklima. Zudem bietet der persönliche Kontakt den Vorteil, dass sich manche Kleinigkeiten in zwei Sätzen klären lassen, was meiner Erfahrung nach über das Telefon nicht immer so reibungslos funktioniert.
Auch der vollständig eingerichtete Schreibtisch mit Monitor, Telefon usw. ist angenehm. Morgens einfach das Notebook in die Dockingstation klemmen, einschalten und fertig.

Nichtsdestotrotz bietet auch das Arbeiten von daheim so manche Vorteile. Nicht zuletzt habe ich dort Ruhe, um mich auf bestimmte Projekte zu konzentrieren. Ja, die Nachbarn testen hier und da, wie laut sich eine Tür schließen lässt, aber gut. Auch möchte ich hier keinen Vorwurf in Richtung meiner Kollegen richten. Es ist normal, dass sich in einem Büro teils eine gewisse Unruhe breit macht. Gerade wenn bis zu fünf Personen in einem Raum arbeiten und bspw. mehrere gleichzeitig telefonieren. Aber gerade diese Unruhe habe ich zu Hause eben nicht. Dadurch habe ich es in der Vergangenheit schon mehrfach erlebt, dass ich um 15 Uhr dachte, es müsste doch so langsam mal Mittag sein.

Eher als Nachteil zu betrachten sind wohl meine Umbaumaßnahmen: Monitor, Maus, Tastatur, Verkabelung müssen entsprechend eingerichtet werden. Aber dem Zeitverlust von vielleicht drei Minuten stehen eine Pendelzeit von mindestens 30 Minuten pro Weg gegenüber, was durchaus auch mal länger dauern kann. Schönen Gruß an die DVG an dieser Stelle, aber der Punkt geht letztlich doch ans Homeoffice.
Was für uns bei der GFI gerade in dieser unerwarteten Situation ein großer Vorteil ist: Wir sind grundsätzlich allesamt in der Lage von außerhalb zu arbeiten.
Zunächst wird für alle Kollegen eine VPN-Verbindung eingerichtet. Hier muss ab und an das Routing zu neuen Systemen angepasst werden und die Verbindungszertifikate laufen irgendwann ab und müssen verlängert/ausgetauscht werden, aber das ist auch schon die ganze Palette der Nachteile.
Durch den Einsatz von HCL Notes haben wir nicht nur lokale Repliken unserer Datenbanken dabei, welche sich auch offline nutzen lassen, es lässt sich bei aufgebauter Verbindung jederzeit auf alle notwendigen Informationen zugreifen.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist der Einsatz von pascom. Egal ob über den mobilen oder den Desktop-Client: Telefonieren funktioniert einwandfrei, als würde ich das Telefon auf meinem Schreibtisch im Büro nutzen.
VPN, Datenbanken, Telefonie. Das Dreigestirn fürs Arbeiten im Homeoffice.

Dieses Arbeiten ohne Einschränkung versetzt uns in die Lage, unseren Kunden, die teilweise leider nicht so gut auf diese außergewöhnlichen Umstände vorbereitet sind, bei der Anpassung zu unterstützen. Man muss hier natürlich erwähnen, dass unser Berufsfeld entscheidend dazu beiträgt, dass wir keine Einschränkungen verspüren oder eingehen müssen. Viele andere Berufsfelder machen dies leider nicht möglich.
Die aktuelle Situation wird möglicherweise so einiges in unserer aller Arbeitswelt verändern. Es werden vermutlich viele Leute Gefallen am Arbeiten von zu Hause finden, auch wenn sie dies bisher nicht in Betracht gezogen haben sollten.
Generell ändern sich im heutigen – dem digitalen – Zeitalter nicht nur Berufsbilder und -felder. Auch die Art, wie die Arbeit verrichtet wird, und der Ort, von der aus dies getan werden kann, ändern sich durch die technologischen Fortschritte der vergangenen sowie kommenden Jahre.
Das Homeoffice ist sicherlich keine neue, spontane Erscheinung, aber durch die äußeren Umstände sind aktuell nahezu alle Unternehmen gezwungen, dies als Alternative nicht nur in Betracht zu ziehen, sondern auch (zumindest in Teilen) umzusetzen.
Auch wenn es in manchen Unternehmen oder Branchen nicht als zukunftsträchtig erachtet wird/werden kann, so werden dennoch weite Teile der Wirtschaft diese Möglichkeit nun in der Praxis erproben. Die Umstände sind sicherlich nicht wünschenswert, aber vielleicht können auch aus einer negativen Situation heraus positive Veränderungen stattfinden.

Fürs Erste werde ich im Homeoffice bleiben und meinen guten alten Freund, den Schreibtisch, hinter mir lassen. Und wer weiß: Vielleicht verändert sich auch für so manche Kollegen bei der GFI die Art und Weise, wie wir unserer Arbeit nachgehen. Und wenn dies auch auf Euch zutreffen sollte, so können Wir Euch gerne dabei unterstützen.

Daniel Buessemaker

  • Fachinformatiker Systemintegration
  • seit 2016 bei der GFI